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Historie
Die HISTORISCHE SCHLOSSMÜHLE steht in einer Umgebung,
deren gastronomische Tradition bis zur Römerzeit zurückreicht. Über
den Höhenzug unmittelbar nördlich des Tales führte jene Handels- und
Heerstraße von Mainz nach Trier, die der antike Dichter DECIMUS
MAGNUS AUSONIUS um 370 n. Chr. befuhr und in seinem berühmten
MOSELLA-GEDICHT erwähnte. Er beschrieb auch die TABERNAE, wo die
Reisenden damals sich erfrischen konnten, und den keltisch-römischen
Ort BELGINUM, dessen Ausgrabungsstätte nahe bei Horbruch und der
Historischen Schlossmühle eine gewaltige Fülle an Funden lieferte.
Am jenseitigen Berghang, knapp unter dem IDARKOPF,
befand sich zur Römerzeit sogar ein Heilbad, dessen Grundrisse noch
in den Fundamentmauern erhalten geblieben sind. Die dort
ausgegrabenen Statuen der Quellgöttin SIRONA und des APOLLO GRANNUS
gehören zu den bedeutendsten Kunstwerken im Rheinischen Landesmuseum
Trier.
Freilich ist die Historische Schlossmühle ein Bauwerk
jüngeren Datums. Ursprünglich stand sie weit unterhalb am Bachlauf,
nämlich am Fuß der KYRBURG zu Kirn an der Nahe. Mit vielem anderen
Adelsbesitz ließ Napoleon sie 1804 konfiszieren. Der Baumeister
PETER LIETZENBURGER konnte sie wenig später erwerben, ließ das
Gebäude in Kirn abtragen, Stein für Stein mit Fuhrwerken talaufwärts
befördern und baute es wieder an der jetzigen Stelle auf. Die Mühle,
deren Mauern bis zum Dach fast einen Meter dick sind, macht ihrem
ursprünglichen Namen SCHLOSSMÜHLE alle Ehre. Sie könnte eher eine
Festung oder eine Burg sein. Der Volksmund hatte sie aber bald in
Bergmühle umbenannt.
PETER LIETZENBURGER betrieb die Mühle als
Kundenmühle. Das Korn holte er aus der Umgebung bis zur Mosel hin ab
und brachte das Mehl wieder zurück. Daneben bewirtschaftete er eine
für damalige Verhältnisse große Landwirtschaft, hielt sich einen
Knecht und einen Mahlburschen. Zwei Generationen haben auf diese Art
den Betrieb geführt. Der letzte dort lebende Lietzenburger ging nach
dem frühen Tod seiner Frau zu seiner auswärts verheirateten Tochter.
Zu dieser Zeit kamen Sonntagabend die Jugend aus
Horbruch und den umliegenden Dörfern zum Tanz und fröhlichen Feiern
in die geräumige Stube des ersten Stockwerkes der Mühle.
Anfangs der neunziger Jahre (1890) bildete sich dann
eine Mühlengesellschaft von 40 Bauern aus Horbruch und den
Nachbarorten, welche die Mühle kaufte. Nun mahlte jeder für seinen
Bedarf und hatte in der Reihenfolge seinen Mühlentag.
Dem stattlichen Bau der Mühle stand das Mahlwerk in
keiner Weise nach. Selbst bei niedrigem Wasserstand, wenn andere
Mühlen der Umgebung still stehen mussten, konnte man hier noch
mahlen. In den trockenen Sommern und im Herbst musste auch die Nacht
dazu verwendet werden. Wenn dann abends der Mahlkasten gut gefüllt
war, konnte man sich zum Schlafen legen, bis nach drei bis vier
Stunden durch Glockenzeichen zum Nachfüllen geweckt wurde.
Der Anteil der Mitglieder vererbte sich sozusagen mit
dem Haus und wurde nur selten durch Tod aufgegeben oder veräußert.
Im letzten Fall musste der neue Besitzer in der nächsten
Mühlenversammlung mit Stimmenmehrheit aufgenommen werden.
Jahrzehntelang wurde die Mühle zur vollen
Zufriedenheit ihrer Mitglieder betrieben, doch die Schnelligkeit und
Modernisierung unserer Zeit machte auch hier nicht halt. Nachdem in
Horbruch eine andere Mühle mit elektrischem Mahlwerk in Betrieb
genommen war, schlossen sich die Türen der HISTORISCHE SCHLOSSMÜHLE.
In einer späteren Mitgliederversammlung wurde daher
beschlossen, die Mühle zu verkaufen. Der erste Käufer begann dann
sofort die HISTORISCHE SCHLOSSMÜHLE zu einem Hotel und Restaurant
umzubauen.
Die heutigen Besitzer, ANNE & RÜDIGER LILLER,
erwarben die Mühle 1973. Durch die stetig anwachsende Zahl der
Besucher war es notwendig das Gebäude zu vergrößern. 1995 erwarben
sie auch noch das nur ein paar Schritte durch die Wiesenauen
entfernte Bauernhaus. In dieser Dependance erwarten den Gast acht
schöne, geräumige Doppelzimmer und ein, den Anforderungen der Zeit
entsprechender, Tagungsraum.
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